Tag 198-204 auf meiner Pilgerreise – KW47 (19.-25.11.18) – Teil2

Hallo ihr Lieben, hier kommt Teil2 meines Blogs der KW47.

Tag 202, Fr:  Besichtigungstour nach Ephesos

Ich habe in meinem neuen Zimmer sehr gut geschlafen und bin schon kurz vor dem Weckerklingeln wach. Dann packe ich die Sachen, die ich mit nach Izmir/Ephesos nehmen will in meinen Rucksack. Das Schwerste ist wieder die Powerbank, aber ich möchte nicht auf sie verzichten, sie hat mir schon mehrfach aus der Patsche geholfen, wenn der Akku meines Handys zu Ende war. Die anderen Taschen lasse ich an der Rezeption. Erfreulicherweise konnte ich heute das Frühstück für 08:00 Uhr aushandeln und das Schöne dabei, es ist auch wirklich fertig. Dann mache ich mich in Ruhe auf den Weg, so dass ich den Bus um 09:30 Uhr bequem erreichen kann. 09:30 Uhr, der Bus ist pünktlich. Wir sitzen wie die Heringe. Ich werde auf der hintersten Bank platziert, da ich bis zur Endstation fahre. Neben mir sitzt ein junger Mann, der nach Istanbul will, seinen Wehrdienst abzuleisten. Rechts von mir sitzt ein älterer Mann, der einen eher ländlichen Eindruck macht, mit dicker Lederjacke und Wollmütze. Der Vierte in meiner Reihe, ebenfalls ein älterer, mit grauem Schnauzbart hat seinen Kopf an die Wand gelehnt und scheint zu schlafen. Insgesamt ist der Kleinbus mit 19 Fahrgästen bis auf den letzten Platz ausgebucht. Der Bus fährt von einem speziellen Busbahnhof der Izmir-Bergamo Linie ab. Er fährt alle 40 Minuten. Die Fahrt ist 110 km lang, dauert etwa 2 Stunden und kostet 20 TL, umgerechnet etwas mehr, als 3 EUR. Um 10:30 Uhr erreichen wir den Busbahnhof in Izmir. Der Bus nach Selcuk, Efes steht schon da und nach 30 Minuten Aufenthalt geht es um 12:00 Uhr weiter in Richtung Ephesos. Um 12:54 Uhr sind wir nach 181 km, also nach weiteren 71 km in Selçuk. Auch das für umgerechnet 3 EUR. Jetzt geht es die letzten Kilometer mit einem Dolmuş nach Efes. Um 13:00 Uhr fährt der Dolmuş los. Nach weiteren 3 km bin ich um 13:05 Uhr in Ephesos. Die 3 km haben nochmal 50 Ct gekostet. Insgesamt also 184 km in dreieinhalb Stunden, für weniger als 7 EUR. Ich kaufe ein Ticket und leihe mir einen Audio-Guide aus. Was ich nicht weiß und was auch nirgends geschrieben steht, ist, dass die Tour hier am unteren Tor, wo der Dolmuş endet, quasi zu Ende ist und ich jetzt entgegen der eigentlichen Richtung laufe. Das ist zum einen ärgerlich, weil die aufeinander abgestimmten Texte des Audio-Guides nicht passen und zum anderen, weil mir die Massen von Leuten, auch hier wieder insbesondere Japaner entgegen gelaufen kommen. Hinterher erfahre ich, dass das ganze Konzept darauf angelegt ist, dass die Touristenbusse ihre Gäste am oberen Tor rauslassen, die dann den Berg hinunter laufen und die Busse sie dann dort wieder aufnehmen, wo der Dolmuş geendet hat. Bloß dumm, dass kein Dolmuş zum oberen Tor fährt. Ich werde mir morgen früh gleich um 09:00 Uhr ein Taxi schnappen und dann vor den ganzen Touristenbussen zum Haus der Mutter Maria und zum oberen Tor fahren. Für heute beende ich gegen 16:00 Uhr, entnervt von den vielen Gruppen, die mir ein ungestörtes betrachten, geschweige Fotografieren nahezu unmöglich machen. Ich laufe zurück zur Bushaltestelle, werde noch ziemlich heftig von Verkäufern angegraben, sodass ich fast schon unhöflich werden muss und fahre mit dem Dolmuş zurück nach Selçuk. Ich habe mir mit dem Hotel Kalehan nicht das allergünstigste Hotel ausgesucht, aber wenigstens kann ich hier im Hotel Abendbrot essen und muß nicht mehr außer Haus gehen. Dann lade ich die ganzen Fotos und Videos von der Kamera, es sind wieder über zweihundert und lade sie gleich in meine Dropbox, bevor ich mich weiter daran mache meinen Blog fort zu schreiben.

Tag 203, Sa: Sightseeing in Selçuk, Ephesos und Şirinçe

Nachdem ich gestern die Unmengen von Touristen mir entgegenkommend auf dem und im Weg hatte und ziemlich genervt war, will ich heute früh beizeiten im Haus der Mutter Maria und in Ephesos sein. Ich bin bereits um kurz nach 08:00 Uhr zum Frühstück und bekomme ein leckeres Essen serviert und mache mich danach schnell fertig. Der Rezeptionist ruft mir um 09:00 Uhr ein Taxi, mit dem ich um 09:20 Uhr, in dem in 10 km Entfernung auf einem Berg gelegenen Haus der Maria, Mutter Gottes bin. Ich lasse das Taxi warten und muss die letzten 300 m vom Parkplatz zu Fuß laufen. Es ist sehr bewegend hier an dem Platz zu stehen und zu beten, an dem Maria, die Mutter von Jesus mit hoher Wahrscheinlichkeit, tatsächlich bis zu ihrem Tod gelebt hat. Ich zünde eine Kerze an und gehe noch zu den drei Quellen, denen heilende und kraftspendende Wirkungen zugesprochen werden. Ich spreche einen etwas älteren Mann an, ob er ein Foto von mir machen könne. Ich erfahre, es ist Herr Schröder, aus Kalifornien, dessen Vorfahren aus Deutschland, aus einem kleinen Dorf in der Nähe von Meiningen stammen und wo er bereits mit dem Pfarrer Kontakt hatte und wohl auch nächstes Jahr hinfahren will, um Ahnenforschung zu betreiben. Er ist mit einer Reisegruppe hier und wir werden uns heute noch mehrmals begegnen. Dann gehe ich zurück zum Taxi, vorbei an der Wand, an die man seine Bitten und Wünsche an Maria anpinnen kann. Das Taxi bringt mich zum oberen Eingang der Ausgrabungsstätte von Ephesos, dorthin, wo die ganzen Touristenbusse ihre Gäste auf den Weg hinab schicken, wohin aber der Dolmuş aus Selçuk nicht fährt, weshalb mir gestern auch die ganzen Gäste entgegen kamen. Vorher machen wir noch einen Fotostopp an der Statue der Mutter Maria und sind kurz vor 10:00 Uhr am oberen Eingang. Es sind schon einige Busse da, aber die Gruppen verteilen sich noch sehr gut. Das wird, als ich das Gelände gut zwei Stunden später wieder verlasse, denn ich will mir nur die mir noch fehlenden Bereiche ansehen, ganz anders sein. Das Teatro und die Marienbasilika habe ich mir gestern schon ausgiebig angeschaut und lasse sie heute aus. Kurz nach 12:00 Uhr bin ich mit allem durch und verlasse das Ausgrabungsgelände. Das Wetter ist heute sehr schön, fast ein Spätsommertag. Ich laufe zurück nach Selçuk. Auf der gut vier Kilometer langen Strecke komme ich am Artemis Tempel, einem der 7 Weltwunder der Antike vorbei, von dessen einst 127, über 18 m hohen Säulen nur noch eine steht. Auch hier werde ich wieder von fliegenden Händlern ‚attackiert‘ und muss sie ziemlich rüde von mir weisen. Morgen wird mir die Hotelbesitzerin erzählen, dass das ein großes Problem sei und dass die Stadtverwaltung der fliegenden Händler einfach nicht Herr wird. Dann gehe ich weiter zur Isa Bey-Moschee, zur St. Johannes Basilika, zur Ayasuluk-Burg. Dann gehe ich hinunter in die Stadt, wieder vorbei an Händlern, die mich fragen, wo ich hin wolle. Ich sage ihnen wahrheitsgemäß, dass ich zum Busbahnhof und dann mit dem Dolmuş in das kleine Dorf Şirince wolle. Einer meint, da solle ich doch ein Taxi nehmen und greift ohne weiteres Nachfragen zum Telefon, um seinen Freund, der zufälligerweise Taxifahrer ist, anzurufen. Der nennt mir dann auch einen Spezial- und supergünstigen Preis, von nur 10 EUR. Ich muss grinsen und gehe meiner Wege, nicht ohne von dem Händler hinterher gerufen zu bekommen. Der Bus, der kurze Zeit später fährt und mich zum Dorf Şirince bringt, kostet etwa 1 EUR. Das Dorf Şirince ist vor allem eine Touristenattraktion und Unmengen von Ständen und Basaren, mit Dingen die niemand braucht, die aber offensichtlich doch von Leuten gekauft werden gibt es da. Hier gibt es mehrere Geschäfte, die neben Olivenöl Wein aus der Region verkaufen. Ich koste zwei, drei Obst-Weine, sie sind, ’naja ganz nett‘. Anschließend koste ich einen Rotwein aus Weintrauben und bin echt positiv beeindruckt vom Geschmack, der sich mir bietet. Nach einer guten halben Stunde habe ich genug gesehen und begebe mich zurück zur Bushaltestelle. Als ich wieder in Selçuk bin, gehe ich noch in das Ephesos-Museum, ehe ich mich zurück in mein Hotel begebe. Die Hotelbesitzerin, ist schon da und begrüßt mich freundlich. Wie vereinbart, treffen wir uns später, um 18:00 Uhr, zum Interview oder um es nicht so hochtrabend zu nennen, zu einer sehr angenehmen Unterhaltung. Sie hatte ihrerseits nämlich einem Journalisten von mir erzählt und der wiederum hatte sie gebeten, für ihn das Interview mit mir zu führen. Ich erzähle bereitwillig einiges von mir, von den Beweggründen für meine Pilgerreise. Sie kennt aus ihrem Freundeskreis das Krankheitsbild der Multiplen Sklerose, was es mir erleichtert, den Grund für meine Spendensammlung zu erklären. Ich erfahre einiges von ihr, sie hat die Amerikanische Schule besucht, was ihr sehr gutes Englisch erklärt, auch hat sie als junge Frau einige Zeit in Deutschland gelebt und spricht noch etwas Deutsch. Dann verabschiede ich mich und telefoniere noch mit Iris, ehe ich schlafen gehe.

Tag 204, So: Rückfahrt nach Bergama, Blog Teil1 fertigstellen

Ich lasse es am Morgen ruhig angehen, besichtige noch die Siebenschläfergrotte und mache mich gegen 12:00 Uhr auf den Weg zum Busbahnhof. Ich habe erfahren, dass es in Izmir, in der Nähe des Busbahnhofs ein Einkaufszentrum gibt, das auch heute am Sonntag geöffnet hat und wo ich möglicherweise neue Wanderschuhe bekomme, denn meine Lowa-Schuhe sind mit bisher gelaufenen 2.700 km so langsam am Ende. Ich finde zwar keine Schuhe von Lowa, aber als ich die North face Schuhe ausprobiere, passt mir das erste Paar gleich. Ich nehme es. Die Lowa Schuhe nehme ich aber vorerst mit. Dann gehe ich zurück zum Busbahnhof und um 14:20 Uhr fährt mein Bus nach Bergama ab. Um 16:20 Uhr bin ich wieder in Bergama und gehe auf direktem in mein Hotel. Ich muss noch meinen Blog, zumindest Teil1 fertigstellen und veröffentlichen.

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