Tag 233-239 auf meiner Pilgerreise – KW52 (24.-30.12.18) – Teil2 – ohne Videos

Hallo ihr Lieben, hier kommt Teil2 meines Blogs der KW52.

Ta 236, Do: Antalya – Kadriye, 33 km

Heute geht es nach 7 Tagen im Weihnachtsquartier wieder auf meinen Weg nach Jerusalem. Ich starte nach dem Frühstück, so kurz vor 09:00 Uhr in einen kalten, aber sonnigen Morgen. Ich laufe auf Nebenstraßen sehr nah am Meer entlang und genieße es, wieder am Meer zu laufen. Aus der Stadt hinaus in einer Geschäftsstraße Unmengen von Brautkleid Boutiquen. Ich fotografiere einige. Um 10:30 Uhr komme ich an einem Starbucks vorbei. Ich überlege kurz und entscheide mich dann, hier eine Kaffeepause einzulegen. Ich werde von zwei Türken, so Anfang 30 nach dem woher und wohin angesprochen. Ich sage ihnen, dass ich mir erstmal einen Kaffee holen möchte und dann ihre Fragen gerne beantworte. Die beiden heißen Semih und Erdal. Beide stammen aus Istanbul, haben sich bei der Armee kennengelernt – bei dieser Gelegenheit erfahre ich, dass es das Bandmaßabschneiden auch bei der Türkischen Armee gibt – und sind seitdem Freunde. Beide sprechen ausgezeichnet Englisch und während Erdal mit seiner Frau in Antalya lebt, lebt Semih seit einiger Zeit in Bremen und will demnächst nach Hamburg ziehen. Er will dort bei einer privaten Business School noch seinen Master in Finance machen. Wir haben eine sehr nette, interessante und weltoffene Unterhaltung, die damit endet, dass die Beiden mir ihre Handynummern geben und ich sie ja anrufen solle, wenn ich irgendwelche Hilfe oder Unterstützung benötige. Ich erlebe hier wieder einmal mehr die hilfsbereite und herzliche Unterstützung der Türken und freue mich sehr darüber. Um 11:00 Uhr setze ich meinen Weg fort und komme um 12:45 Uhr in Kemerase, bei Lara an. Ich werde von einem Türken auf Deutsch angesprochen, ob ich nicht einen Tee trinken wolle. Ich habe heute nicht so viele Kilometer vor der Brust und lasse mich von Osman, der 51 Jahre alt und in Hagen geboren ist, zum Tee einladen. Es ist der gleiche Pulvertee, den ich gestern in Antalya im Basar probiert habe, eine Mischung aus Menthol und diversen Kräutern, die die Nase freiputzen. Osman hat in Deutschland die Ausbildung zum Physiotherpeuten gemacht und zeigt mir voller Stolz seine Berechtigung, den Beruf in verschiedenen Ländern auszuüben. Um 13:15 Uhr laufe ich weiter durch den Ort, in dem ein Resorthotel am anderen klebt. Ich werde von einer 3er Gruppe älterer Deutscher, ein Mann und zwei Frauen angesprochen. Sie sehen es als ein Weihnachtsgeschenk, einem echten Pilger zu begegnen. Der Mann greift in seine Tasche und will mir einen Euro schenken, weil man das wohl so macht. Dann laufe ich weiter, vorbei an noch einer ganzen Anzahl von wie Schloß Neuschwanstein, bis zur Farm von J.R. Ewing anmutenden Hotelkomplexen. Schließlich komme ich gegen 18:00 Uhr, nach 33 km, in meinem vorgebuchten Hotel in Kadriye an. Leider hat das Hotel kein Restaurant, sodass ich nochmal außer Haus zum Abendbrot muss. Ich bin relativ schnell wieder zurück und liege gegen 22:00 Uhr im Bett. Ich merke deutlich, dass ich eine Woche nicht gelaufen bin.

Tag 237, Fr: Kadriye – Gündoğdu, 39 km

Ich habe meinen Monowalker gestern Abend gar nicht erst ‚entladen‘ und kann so nach dem Frühstück, direkt losfahren. Um 08:15 Uhr ist es schon hell, der Himmel ist strahlend blau, aber es ist eisig kalt. Ich bin froh, dass ich meine Handschuhe und Wollmütze in Griffweite habe. Mein Navi will mich über irgendwelche Schleichwege führen. Ich bin skeptisch und fahre ein Stück des Weges, den ich gestern gekommen bin, wieder zurück, bis ich auf meiner Route bin. Dann geht es in Richtung Osten, der aufgehenden Sonne entgegen, die an manchen Stellen des Weges so grell blendet, dass ich nichts mehr sehen kann. Wie mag es den Autofahrern gehen? Zu meiner Sicherheit, da hier der Randstreifen auch sehr schmal ist, fahre ich lieber auf dem Bürgersteig. In Beleck muss ich dann in Richtung Nordosten fahren, genau auf die teilweise schneebedeckten Berge des Taurus zu, um in Serik auf die D400 zu kommen, die mich dann weiter in Richtung Manavgat, Alanya, bis nach Taşucu führen wird. Kurz vor Serik mache ich nach gut 10 km, an einer Tankstelle, um 10:30 Uhr, eine kurze Teepause und unterhalte mich mit dem Tankwart, in einer Mischung aus Türkisch, Englisch und einem bisschen Deutsch. Dann laufe ich weiter, um in Serik in einer Çorbacim, (Suppen-Küche), Mittagspause zu machen, denn danach werde ich kaum noch Gelegenheit haben. Ein Obsthändler schenkt mir ein Paar Mandarinen. Ich freue mich darüber. Hinter mir liegen 14 km und ich bin sehr gespannt, wo ich heute mein Quartier finden werde, denn entlang der Straße gibt es zwar einige Tankstellen, aber keine Hotels. Bis Manavgad sind es fast 60 km, das ist mir für eine Tagesetappe zu viel. Es gibt abseits der Straße einige Touristen-Resorts, vielleicht finde ich da etwas. Ich laufe im strahlenden Sonnenschein. Wollmütze, Handschuhe und auch meinen Pullover habe ich längst ausgezogen. Ich laufe parallel zu den Bergen des Taurus, auf einem angenehm breiten Randstreifen. Mein Navi bietet mir ein Resort am Strand an, da muss ich sehr weit von meiner Route abweichen, das gefällt mir nicht. Ich frage einen Mann, der wohl hier an der Straße wohnt. Er sagt mir, in der Nähe von Side gäbe es auch ein Resort. Das sind aber noch gut 28 km. Komme ich heute doch auf meine 50 oder mehr Kilometer? Ich bin gespannt. Es ist erst 14:00 Uhr, ich wäre dann so gegen 19:00 Uhr, zwar schon im Dunkeln, aber machbar, da. Ich laufe entlang der D400, es ist windstill und die Sonne strahlt angenehm wärmend in meinen Rücken. Irgendwann komme ich an einem Obstverkäufer vorbei und frage ihn „otel nerede?“, wo gibt es Hotels? Er antwortet mir auf Deutsch, denn er arbeitet im Sommer in einem Hotel hier an der Türkischen Riviera und hat da Deutsch gelernt. Jetzt, im Winter, ist das Hotel geschlossen und er verdient sein Geld mit Obstverkauf an der Fernstraße. Er sagt mir, an der nächsten Ampel, in etwa 2 km rechts rein und dann komme ich zum Turist Merkezi, dem Touristenzentrum und muss dann dort ein Hotel finden, das offen hat, aber es gibt mehrere. Ich bedanke mich und nehme die letzten Kilometer in Angriff. Gegen 17:00 Uhr erreiche ich nach 39 km das Side Star Hotel und werde erstmal vom Security Mann daran gehindert, mit meinem Monowalker bis an die Rezeption zu rollen. Eine ältere Dame fühlte sich genötigt dem Security Mann zur Seite zu springen und mir zu erklären, dass ich hier nicht einfach rein könne, das wäre ja schließlich ein 5 Sterne Hotel. Ich verkneife mir eine Bemerkung, schnalle meinen Monowalker ab und schreite in meiner Kluft, mit gelber Warnweste und Laufhose zur Rezeption. Ich glaube das haben die so auch noch nicht erlebt, denn normalerweise buchen die Gäste von Deutschland aus und kommen mit dem Flieger. Aber eine Nacht geht hier nicht. Das Minimum sind zwei Nächte. Na gut: war so nicht geplant, ich wollte eigentlich das Wochenende in Manavgat verbringen, aber dann muss ich das eben umplanen. Für 60 EUR/Nacht, all inklusive kann ich mich nicht beschweren. Ich verhandle mit dem Sicherheitschef, dass mein Monowalker einen guten Platz bekommt und bin es zufrieden. Mein Zimmer hat zwar keinen Meerblick, sondern den Blick in den Innenhof, aber damit kann ich gut leben. Das Hotel scheint fest in deutscher Hand zu sein und viele sind offensichtlich Stammgäste, die genau wissen, wie hier der Hase läuft. Ich nehme erstmal mein Zimmer in Besitz und wasche meine Wäsche. Gegen 19:30 Uhr gehe ich zum Abendbrot. Ich finde Platz an einem Vierertisch, zusammen mit Sabine, Kathrin und Martin. Er heißt nicht nur genauso wie mein Sohn, er leidet auch seit 8 Jahren an der selben Krankheit wie mein Sohn Martin. Was ein Zufall, wenn es denn Zufälle gibt. Leider geht es mir magenmäßig nicht ganz so gut, dass ich beim All you can eat nicht so ‚zuschlagen‘ kann, wie ich es gern machen würde. Nach dem Abendbrot gehen wir alle an die Bar. Ich trinke einen ganz wohlschmeckenden Rotwein und gehe kurz vor Mitternacht in mein Bett.

Tag 238, Sa: Sightseeing in Aspendos und Side

Ich habe ganz gut geschlafen und auch meinem Magen geht es Dank ‚Iberogast‘ wieder besser, sodass ich mich heute am reichhaltigen Frühstücksbuffet erfreuen kann. Aufgrund Martin’s Erkrankung haben wir einen reservierten Tisch und müssen nicht in dem ziemlich voll besetzten Speisesaal um einen Tisch kämpfen. Ich habe mich entschieden, noch zwei Nächte zu bleiben und Silvester hier im Hotel zu feiern. Am Silvestertag soll es regnen, morgen, Sonntag, bin ich den ganzen Tag mit Blog schreiben beschäftigt und am Dienstag laufe ich weiter. Bleibt also nur heute, mir die antiken Städte Aspendos und Side anzuschauen. Nach Side fährt ein Dolmuş, das ist kein Problem. Anders sieht es mit Aspendos aus, das in 25 km Entfernung liegt. Es bleibt mir nichts anderes übrig, als mir ein Taxi zu nehmen. Ich verhandle mit dem Taxifahrer, bevor ich einsteige, den Preis und wir können uns für Hin- und Rückfahrt plus Wartezeit auf 35 EUR einigen. Ein fairer Preis. Der Taxifahrer fährt mich nicht bloß ’stumpf‘ zum Eingang des antiken Aspendos, er zeigt mir noch einige andere interessante Stellen auf dem Weg. So schauen wir uns z.B. den Aquädukt von der Nähe an. Dabei erfahre ich auch so einiges von dem Taxifahrer. Er hat eigentlich Mathematik/Physik-Lehrer in Ankara studiert, aber aufgrund einer wohl nicht optimalen Planung finden jedes Jahr eine ganze Anzahl von Absolventen keine Anstellung als Lehrer. So etwas ähnliches glaube ich mich zu erinnern, hatten wir wohl auch mal in Deutschland, aber das ist zumindest bei Lehrern lange her. Auf jeden Fall hat er das Taxiunternehmen seines Vaters übernommen und sichert somit seinen Lebensunterhalt. Aspendos ist eine sehr interessante Stadt und insbesondere das Amphitheater ist so gut erhalten, dass hier heute noch jährlich einige Aufführungen stattfinden.
„Aspendos (griechisch Ἄσπενδος) war eine antike Stadt in Pamphylien in Kleinasien an der Südküste der jetzigen Türkei, in der Nähe des Dorfes Büyükbelkiz, etwa 5 km östlich von Serik. Das große Theater aus römischer Zeit ist eines der besterhaltenen der Antike. Es wird auch heute noch für Aufführungen genutzt. Die Stadt Aspendos ist nicht ausgegraben. Alle aufragenden Gebäude stammen aus der römischen Blütezeitdes 2. und 3. Jahrhunderts n. Chr., als Aspendos ein bedeutendes pamphylisches Handelszentrum war. Die Örtlichkeit liegt 46 Kilometer östlich von Antalya an der Straße nach Alanya. Aspendos soll nach der griechischen Überlieferung etwa im 12. Jahrhundert v. Chr. von Siedlern aus dem peloponnesischenArgos gegründet worden sein. Der legendäre Seher Mopsos, der auch von Städten wie Perge als Stadtvater verehrt wurde, galt als einer der Gründer. Die Stadt hatte eine sehr wechselvolle Geschichte und stand im Verlauf von 800 Jahren unter lydischer, persischer, griechischer, ptolemäischer, seleukidischer, römischer, byzantinischer und seldschukischer Herrschaft.
Das Theater von Aspendos ist Teil der antiken Stadt Aspendos. Es ist sehr gut erhalten und wird heute noch für Opern- und Ballettfestivals genutzt. So traten unter anderen Luciano Pavarotti und José Carreras auf. Ebenso fand hier 2005 eine Open-Air Sendung von Wetten, dass..? statt.
Das Theater ist ein römischer Bau, dessen Bühnenhaus in vollständiger Höhe erhalten geblieben ist. Die Innenseite zur früheren acht Meter breiten Holzbühne war mit reichhaltigem Säulenschmuck, Balkenwerk, Friesen, Rosetten und Ornamenten verziert, wovon die heutigen Reste noch einen guten Eindruck geben. Der zentrale Giebel in der Wandmitte ist erhalten und zeigt ein Relief des Dionysos. Unterhalb der Mauerkrone sind noch die Einlassungen erkennbar, auf denen eine schräge Holzkonstruktion ruhte, welche die Bühne überspannte und für eine noch bessere Akustik sorgte. Die Cavea (lat.: Sitzbereich antiker Theater – Anm. SSp) umfasst 41 Sitzreihen, die durch einen Zwischengang (Diazoma) geteilt werden, und bietet bis zu 20.000 Zuschauern Platz. Da die Seldschuken das Theater im Mittelalter als Karawanserei nutzten, wurde es fortwährend repariert und nach Erdbebenwiederhergerichtet. Dieses erklärt den guten Erhaltungszustand im Vergleich zu den Gebäuden der Umgebung.
Das Theater gehört zu den öffentlichen Bauten der unteren Stadt. Weiter südlich liegen die Reste der Thermen und der Sportanlage, des Gymnasions. Nordöstlich befindet sich das weniger gut erhaltene Stadion. Westlich des Theaters liegt die Akropolis (dtsch. Burgberg) mit der oberen Stadt von Aspendos. Sie war mit einer eigenen Mauer gesichert, ein Stadttor ist noch erhalten.“ (Quelle: Wikipedia).
Nachdem ich mir Aspendos angesehen habe, kehre ich zurück zum Hotel und fahre gegen 14:00 Uhr mit dem Dolmuş nach Side. Da ich in Lira bezahle, kostet mich die Fahrt 5TL. Die Deutschen Touristen zahlen 4 EUR. Side ist eine recht beeindruckende Anlage, aber aufgrund ihrer Lage auch touristisch ziemlich überlaufen. Ich gehe über die Kolonnadenstraße, als mich ein Türke anspricht. Er wäre Archäologe und würde mir die Stadt erklären. Wir handeln einen Preis von 100 TL aus, denn die vorhandenen Erklärungstafeln sind leider wieder sehr mangelhaft. Leider sind die 100 TL in diesem Fall schlecht investiert, denn er eilt mit mir durch die antiken Stätten, sodass mir kaum Zeit bleibt, zu fotografieren oder Videos zu drehen. Ruckzuck ist er dann der Meinung, dass er mir alles gezeigt hat und verabschiedet sich. Ich ärgere mich, das Geld ausgegeben zu haben. Man steckt eben nicht drin. Aber von einem auf alle zu schließen, wäre ein fataler Fehler. Denn später, als ich zum antiken Hafen, mit dem Apollo Tempel und der Byzantinischen Basilika komme, werde ich erneut von einem Türken, in sehr gutem Deutsch angesprochen. Er ist hier Steinmetz bei den von der UNESCO finanzierten Ausgrabungsprojekten und arbeitet sehr eng mit Schweizer Archäologen zusammen. Er sprudelte nur so mit seinem Wissen und konnte es kaum erwarten, dass ich hinter ihm herkomme, damit er mir weitere Details zeigen konnte. Wir sind dann auch über Geröll und durch Hinterhöfe gegangen, um an bestimmte Stellen zu kommen, die ich mir unbedingt ansehen müsse. So auch den Fluchttunnel aus der Stadt Side zum Meer. Es war mir eine große Freude, von diesem Mann durch die Geschichte geführt zu werden. Gerne habe ich ihm dafür 50 TL bezahlt. Wir führen ein sehr interessantes Gespräch zu aktuellen politischen Themen und auch seine religiöse Einstellung ist sehr liberal. Er verabschiedet sich von mir mit den Worten, dass er mich um meinen Mut und meine Abenteuerlust beneidet, eine solche Reise zu unternehmen. Auch heute am Sonntag, da ich den Tagebucheintrag nachpflege, bin ich noch immer von dem Mann sehr beeindruckt. Dann schaue ich mir noch schnell das Amphitheater an. Es ist nicht zu vergleichen, mit dem von Aspendos. Dann mache ich mich schnell auf den Rückweg, denn die Sonne geht allmählich unter und es wird empfindlich kühl. Den Abend verbringe ich im Hotel in unserer netten 4er Gruppe und gehe so gegen 23:00 Uhr ins Bett.
„Side gehört zu den ältesten Städten an der türkischen Südküste. Man vermutet, dass die erste Besiedelung der Halbinsel bereits im 2. Jahrtausend v. Chr. stattfand. Der Name der Stadt entstammt eine altanatolischen Sprache und bedeutet „Granatapfel“ (türkisch: Nar) Der Granatapfel ziert auch ab dem 5. Jh. v. Chr. geprägte Münzen. Durch den Ausbau des Hafens stieg Side in hellenistischer Zeit zu eine wohlhabenden und bedeutenden Handelsmetropole mit rund 40.000 Einwohnern auf. Zu Beginn des 1. Jahrhunderts arrangierten sich die Stadtväter mit den kilikischen Seeräubern und Side wurde zu einem wichtigen Sklavenmarkt. Die Einnahmen durch den Sklavenmarkt gingen endgültig verloren, nachdem Pompeius 67. v. Chr. der Piraterie ein Ende setzte. Im weiteren Verlauf der Geschichte blühte die Stadt als Teil der römischen Provinz Pamphilien auf und erlebte bis zur Mitte des 3. Jh. n. Chr. eine Zeit des Wohlstandes. Der Reichtum dieser Zeit ist durch großzügige Bauten, Tempel und Prachtstraßen belegt. Diese Bauten prägen noch heute das Bild der antiken Stadt. Jedoch zeugt z.B. die innere Stadtmauer davon, dass die Friedenszeit nur von relativ kurzer Dauer war. Mit dem Zerfall des römischen Reiches erlebte auch Side seinen Niedergang. Insbesondere die Versandung des Hafens trug dazu bei. Man gab einen Großteil der Stadt auf und zog sich in das Stadtgebiet innerhalb der Mauern zurück. Erst im 5. und 6. Jahrhundert siedelten sich wieder Menschen außerhalb der Stadtmauern an. Insbesondere das aufstrebende Antalya lief Side den Rang ab.

Bereits im 3. Jh. n. Chr. wird von einer aktiven Christengemeinde in Side berichtet. Akten der Christenprozesse aus Zeiten des Kaisers Diokletian belegen dies. In byzantinischer Zeit wurde Side zum Bischofssitz erhoben, doch erlangte die Stadt nie wieder ihre frühere Bedeutung.
Zur Zeit der Araberüberfälle im 7. Jh. n. Chr. wanderten viele Bewohner nach Antalya ab. Fortan wurde es still um die einst so prächtige Stadt. Im 11. Jahrhundert machte die Stadt noch einmal als Piratennest von sich reden, jedoch legten sich bald Sanddünen über die Ruinen. Sir Fancis Beaufort beschrieb 1817 als Erster die Ruinen. Zu seiner Zeit waren noch viele Bauten erhalten, allerdings vom Sand bedeckt. In den Jahren 1947 bis 1966 gruben türkische Archäologen Side systematisch aus und versuchten die weitere Überbauung zu stoppen. Der Versuch, das Dorf umzusiedeln scheiterte am Widerstand der Einwohner. Die Ausgrabungen dauern bis heute an.
In den 70er Jahren des vorigen Jahrhunderts entdeckten die ersten Touristen die unberührten Sandstrände um die Halbinsel. Der Wandel zum Massentourismus setzte etwa ab der Mitte der 80er Jahre ein. Heute ist Side mit seinen umliegenden Dörfern zur beliebtesten Urlaubsregion der Deutschen an der türkischen Riviera geworden.
Das seit 1961 in der alten, teilrestaurierten Anlage der Agora-Thermen untergebrachte archäologische Museum der Stadt zeigt viele während der Ausgrabung gefundene Exponate.“ (Quelle: Wikipedia)

Tag 239, So: Blog schreiben, Ruhetag

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