Tag 268-274 auf meiner Pilgerreise – KW05 (28.01.-03.02.19) – Teil1

Hallo ihr Lieben, KW05 ist fast rum und damit ist es wieder Zeit, euch von meinen Erlebnissen der zurückliegenden Woche zu berichten.

Highlights dieser Woche

  • Ich habe Haifa und Nazareth besucht und bin aktuell in Kana, wo Jesus, lt. Johannes Evangelium, sein erstes Wunder vollbracht und Wasser zu Wein gewandelt hat.
  • Die Wege waren teilweise sehr anstrengend, am Freitag bin ich sogar ‚baden gegangen‘.
  • Diesen Monat endet meine Pilgerreise.

Spendenaufruf auf der Zielgeraden

Liebe Freunde, in 3 Wochen ist meine Pilgerreise, die unter dem Motto „Pilgern für ’nen guten Zweck“ steht, zu Ende. Ich bin sehr froh und dankbar, dass wir mit eurer Hilfe die Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft (DMSG) mit einem Gesamtbetrag von 7.211 EUR unterstützen konnten. Trotzdem möchte ich jetzt kurz vor dem Ende meiner Pilgerreise an eure Spendenbereitschaft appellieren, dass wir es vielleicht schaffen, den Betrag auf 8.000 EUR aufzustocken. Wäre eine Supersache!

Diese Woche in ‚harten‘ Fakten

Bisher bin ich in den 39 Wochen insgesamt 5.299 km gelaufen, davon in dieser Woche 211 km. +(2.091 km Transfer: 422 km Fähre, [223 km Bari-Durres, 59 km Athos und zurück, 7 km Dardanellen, 133 km Türkei-Zypern]; 796 km Bus, [32 km Kavala-Philippi und zurück, 61 km Çanakkale-Troja und zurück, 133 km Çanakkale-Alexandria Troas und zurück, 402 km Bergama-Ephesos und zurück, 22 km Pamukkale-Laodiceia und zurück, 20 km Gündoğdu-Side und zurück, 126 km Nikosia-Famagusta und zurück]; 119 km Taxi, [17 km bis zur Türkischen Grenze, 32 km Antalya-Perge und zurück, 50 km Gündoğdu-Aspendos und zurück, 20km Famagusta-Salamis und zurück]; 449 km Leihwagen [359 km Antalya-Myra und zurück, 90 km Antalya-Termessos/Karainhöhle und zurück]); 384 km Flugzeug [384 km Larnaka-Tel Aviv].

Für meine mobilen Follower hier nochmal der Link:

https://drive.google.com/open?id=1iJmQ9_ofaK6c0tiDeTjUjttJYLjKTszY&usp=sharing

Tag 268, Mo: Tel Aviv – Netanya, 44 km

Ich werde um 06:00 Uhr wach, bleibe aber noch bis 07:00 Uhr liegen. Dann mache ich mich fertig, packe meine Sachen und frühstücke. Um 08:20 Uhr bin ich abmarschbereit. Es ist bewölkt, kühl und windig. Für heute sind Gewitterschauer angesagt. Ich laufe den schon gewohnten Weg zur Strandpromenade und folge ihr in nördlicher Richtung. Ich bin kaum 20 Minuten unterwegs, da beginnt es zu regnen und der Wind frischt merklich auf. Ich ziehe mal wieder meine Regenkleidung an, hatte sie ja jetzt längere Zeit nicht in Gebrauch, stülpe eine Plastetüte über meinen Rucksack und dann geht es weiter. Zum Glück weht der Wind aus Südwesten, sodass er mich vorantreibt. Trotzdem ist es unangenehm nasskalt an die Hände. Nach einer Stunde mache ich in einem Café erstmal eine Pause. Hinter mir liegen knapp 5 km. Ich trinke einen Kaffee und zahle dafür 4€. Ganz schön viel Geld, aber Israel ist nun mal teuer.  Eine Viertelstunde später laufe ich weiter. Mein Weg führt mich am Meer entlang, das durch den auffrischenden Wind ziemlich aufgewühlt ist. Um 12:00 Uhr bin ich in Herzlia. Es hat aufgehört zu regnen. Hier treffe ich Robert, er kommt aus New England in Kanada und walked. Wir kommen ins Gespräch und zum Abschluss darf natürlich das obligatorische Selfie nicht fehlen. Dann laufe ich weiter und treffe kurze Zeit später, um 12:40 Uhr, Dan aus Kfar Zaba. Auch mit ihm komme ich ins Gespräch und er bietet mir sogar an, dass ich in seinem Haus übernachten könne. Ich habe aber bereits mein Quartier in Netanya gebucht und bedanke mich herzlich bei ihm. Auch mit ihm mache ich ein Selfie. Um 13:45 Uhr, nach 22 km, ich fahre gerade in den Sharon Nationalpark, da kommen 3 Nationalpark Ranger. Wir kommen ins Gespräch. Ich erzähle ihnen, dass ich von Deutschland hierher gelaufen bin. Sie sind so begeistert, dass sie mich zu einem Kaffee einladen, den sie mit einem Gaskocher in ihrem Geländewagen kochen. Zwei von ihnen sind Söhne russischer Einwanderer. Wir sprechen gemischt Englisch und Russisch. Dann laufe ich durch den Sharon Nationalpark und sehe wilde Dahlien blühen und genieße die schöne Landschaft. Ich laufe schon eine ganze Weile auf dem Israel National Trail. Irgendwann, so nach etwa 3 km macht der Weg einen scharfen Linksknick und geht so steil nach unten, dass mir das mit dem Monowalker zu riskant wird. Zum Glück ist genau an dieser Stelle auch ein Loch in der Einzäunung, sodass ich mit dem Monowalker aus dem Nationalpark heraus komme. Ich laufe auf der Straße weiter, die später in einen Feldweg übergeht und dann will mein Navi mich zurück in den Nationalpark führen. Ich muss mit dem Monowalker über große Steinbarrieren, die den Zugang versperren und bin schließlich zurück im Nationalpark. Der Weg geht jetzt steil nach oben, macht dann einen Knick und geht parallel zum Meer gemächlich abschüssig nach unten, bis nach etwa 2 km der Weg ganz steil nach unten, wie durch eine Schlucht geht und direkt zum Strand führt. Ich schnalle den Monowalker erstmal ab und schaue mir den Weg an. Da habe ich keine Chance, mit dem Monowalker und mit heilen Knochen runter zu kommen, zumal ich nicht weiß, wie der Weg später weitergeht. Es hilft nichts, ich muss den Rückzug antreten und über die gleichen Steinbarrieren, über die ich vorhin mühsam in den Park gekommen bin, wieder aus dem Park rausfahren. Dann fahre ich runter in Richtung Nationalstraße 2. Es gibt keinen Weg, der in meine Richtung geht. Über die Leitplanken komme ich nicht drüber. Außerdem müsste ich dann entgegen der Verkehrsrichtung fahren. Ich überquere einen Wassergraben und fahre auf der äußeren Seite der Leitplanken auf einem schmalen und seitlich abschüssigen Pfad. Das geht etwa 1 km gut, dann bricht der Pfad plötzlich ab und ich müsste im gefüllten Wassergraben weiterlaufen. Es hilft auch hier nichts, ich muss umkehren und durch den Wassergraben wieder zurück auf den Feldweg, der mich zurück in Richtung Tel Aviv bringt. Nach etwa anderthalb Kilometern kann ich über eine Fußgängerbrücke die N2 überqueren und laufe jetzt auf dem Randstreifen der N2 in Richtung Netanya. Ich laufe etwa 3 km auf der N2. Inzwischen wird es dunkel, sodass ich zu meiner eignen Sicherheit mein Rücklicht anmache. Dann verlasse ich über eine andere Fußgängerbrücke die N2 und laufe auf kleinen Straßen in Richtung Netanya, in Richtung meines Quartiers, des Motels Pierre, das ich nach knapp 44 km um 19:00 Uhr erreiche. Ich bin ziemlich platt. Keine halbe Stunde später gibt es einen heftigen Wolkenbruch. Was ein Glück, dass ich in meinem Quartier bin. Ich dusche, telefoniere mit Bernd und gehe dann, als der Regen aufgehört hat, in die Pizzeria um die Ecke, um Abendbrot zu essen, denn außer zwei Bananen und ein paar Waffeln habe ich den Tag über nichts weiter gegessen. Ich esse eine Pizza und trinke einen halben Liter Rotwein, der deutlich billiger ist, als ein halber Liter Bier. Nach dem Abendbrot gehe ich zurück in mein Motel und telefoniere mit Iris. Dann gehe ich ins Bett. Hinter mir liegt ein anstrengender Tag, der aber auch seine Reize hatte und dessen Herausforderungen ich mich gerne gestellt habe.

Tag 269, Di: Netanya – Zichron Ya’akov, 38 km

Ich stehe um 06:30 Uhr auf, es regnet, obwohl es heute laut Wettervorhersage schönes Wetter werden sollte. Ich frühstücke, packe meine Sachen und bin um 08:00 Uhr abmarschbereit. Der Regen hat mittlerweile aufgehört. Um 09:15 Uhr, nachdem ich nun zweimal im Kreis gefahren bin und nicht weiter gekommen bin, fahre ich einen schmalen Sandweg entlang. Es ist die einzige Möglichkeit, die ich noch sehe, um weiter zu kommen. Der Weg hört bald, an einem Erdhaufen auf und über den Erdhaufen hinweg sehe ich die Straße, auf die ich will. Es hilft nichts, ich schnalle den Monowalker wieder einmal ab und schiebe ihn vor mir her, ganz vorsichtig den großen Erdhaufen hinunter. Es geht gut und ich stehe kurze Zeit später auf der Straße, auf die ich muss. Es ist schon sehr nervig, wenn die Karten nicht stimmen und es die eingezeichneten Wege gar nicht (mehr) gibt. Um 09:45 Uhr bin ich an den Bahnschienen, hier verläuft mein Weg jetzt parallel zu Bahnstrecke. Durch den Regen der letzten Tage ist der Weg teilweise sehr aufgeweicht und schlammig und ich muss große Pfützen umfahren, was nicht immer klappt. Nach 12 km führt mein Weg linksseitig der Bahnlinie weiter und fällt mit dem Israeltrail zusammen. Der Weg ist so aufgeweicht und schlammig, dass ich nur mit allergrößter Mühe vorankomme. Da überholen mich 3 junge Männer in ihrem Rangerauto, halten an und fragen mich, ob ich Hilfe brauche. Ich frage sie, ob sie meinen Monowalker und mich ein Stück mitnehmen können, bis der gröbste Schlamm vorbei ist. Sie steigen aus und gemeinsamen heben wir den Monowalker auf die Ladefläche. Ich setze mich dazu. Dann geht es in zügiger Fahrt etwa 2 km durch den Schlamm, bis sie nach links abbiegen müssen. Hier lassen sie mich raus und ich laufe noch etwa 3 km durch den losen Sand, einen Schritt vor und zwei zurück. Es ist sehr anstrengend. Schließlich erreiche ich um 12:30 Uhr, nach 18 km Givat Olga. Hier gibt es einem Supermarkt. Ich mache Mittagspause, kaufe Käse und Brot ein und setze um 13:15 Uhr meinen Weg fort. Ab jetzt geht es auf Straßen in Richtung meines heutigen Zieles. Ich laufe erst auf einigen kleineren Straßen und komme nach 21 km auf die Nationalstraße 4, der ich die nächsten 14 km folge, bis ich schließlich noch 3 km steil bergauf laufen muss, um zu meinem heutigen Ziel, dem Ferienquartier Tsimeroni in Zikhron Ya’akov zu gelangen. Um 17:15 Uhr bin ich nach 38 km am Ziel meiner heutigen Etappe angelangt. Es ist eine sehr schöne Ferienwohnung, ich bin es zufrieden, auch wenn der Preis mit 80€ alles andere als günstig ist. Aber es war noch das günstigste Quartier, das ich hier bekommen konnte.

Tag 270, Mi: Zichron Ya’akov – Haifa, 35 km

Ich habe die Nacht sehr erholsam geschlafen und werde um 06:40 Uhr wach. Um 08:20 Uhr bin ich startklar und starte in einen schönen, sonnigen Morgen. Die Vorhersage des schönen Wetters hatte sich offensichtlich um einen Tag vertan. Von Zichron Ya’akov geht es den Berg hinunter, vorbei an Weingärten und durch den muslimische Teil von Furaidis. Dann bin ich wieder auf der Nationalstraße 4, in Richtung Haifa. Um 10:30 Uhr, ich habe bereits 10 km zurückgelegt, komme ich auf einem freien Platz, an der Straße an einer Kaffeebude vorbei. Dort sitzen Shalom und Eitan und winken mir zu. Ich liege gut in der Zeit und fahre zu ihnen. Sie laden mich auf einen Kaffee und Orangensaft ein. Wir kommen ins Gespräch. Eitan, der Jüngere, spricht ganz gut Englisch. Und es bestätigt sich wieder einmal mehr, gehe ich offen auf die Leute zu, kommt mir soviel Freundlichkeit zurück. Sie fragen mich, ob mir Israel gefällt und ich kann diese Frage mit einem ganz klaren „Ja“ beantworten. Es ist so schön, sich mit Menschen aus unterschiedlichen Ländern und Kulturen zu unterhalten und zu versuchen, den anderen zu verstehen und über seine Kultur mehr zu erfahren. Nach einer guten halben Stunde setze ich meinen Weg fort, nicht ohne vorher das obligatorische gemeinsame Foto gemacht zu haben. Um 12:00 Uhr mache ich an einer Tankstelle Mittagspause. Hinter mir liegen 17 km und noch 18 km bis zu meinem heutigen Ziel in Haifa vor mir. Um 12:25 Uhr geht’s weiter. Ich laufe auf der Nationalstraße 4 in Richtung Haifa. Etwa 6 km vor meinem Ziel führt mich mein Navi weg von der vielbefahrenen Straße, hin zu zu einem schönen Weg am Strand entlang. Hier gehen Leute spazieren, laufen Jogger ihre Runden und sind Biker mit ihrem Rad unterwegs. Irgendwann muss ich den Weg verlassen und begebe mich in Richtung der „Deutschen Kolonie“ die von den Templern im 19. Jhd. gegründet wurde. Um 16:15 Uhr bin ich schließlich nach 35 km im Al Yakhour Hostel, meinem Ziel für die nächsten zwei Nächte angekommen. Ich finde mein Quartier in einem 8 Bettzimmer, von dem aber nur 4 Betten belegt sind. Die Volontiers sind sehr nett und hilfsbereit und geben mir gleich erstmal wichtige Hinweise. Vor allem bietet das Hostel einen Laundry-Service an, sodass ich meine Klamotten waschen lassen kann. Abends gehe ich dann noch eine Kleinigkeit essen und verschaffe mir einen Überblick, was ich mir morgen anschauen will. Gegen 22:00 Uhr liege ich im Bett.

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