Letzte Pilgerwoche: Tag 289-295 auf meiner Pilgerreise – KW08 (18.-24.02.19)

Hallo ihr Lieben, hier mein Bericht mit den Erlebnissen der Kalenderwoche 08/19, der letzten Woche auf meiner Fußpilgerreise. Mittlerweile bin ich sowohl körperlich, als auch mental wieder zu Hause angekommen. Trotzdem ist es schon ein komisches Gefühl, keine Blogs mehr zu schreiben. Es fehlt etwas, was mir inzwischen vertraut und lieb geworden ist.

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Highlights dieser Woche

  • Pfarrer Schäfer empfängt mich, wie im September 2013 versprochen, am Damaskustor.
  • Zusammen mit Pfarrer Schäfer und Herrn Rühl besuche ich die Geburtskirche in Bethlehem und bekomme einen Eindruck vom Leben der Palästinenser im Westjordanland. Es ist ein bedrückendes Gefühl.
  • Unter ortskundiger Führung durch Pfarrer Schäfer besichtigen wir Jerusalem und kommen auch da hin, wo Touristengruppen meistens nicht hinkommen.
  • Am Freitagabend bringt mich Herr Wahl, der Leiter des Paulushauses in Jerusalem, mit dem Auto zum Flughafen Ben Gurion in Tel Aviv.
    Es ist Sabbath und die öffentlichen Verkehrsmittel fahren ab 14:00 Uhr nicht mehr. An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an Herrn Wahl!
  • Am Samstagfrüh werde ich von meinen Lieben und einer ganzen Anzahl lieber Freunde am Flughafen in Frankfurt begrüßt.
    Spontan organisiere ich einen kleinen Sektempfang im Kilianshaus der Remigiusgemeinde in Ingelheim. Dank an Pfarrer Feuerstein, dass er uns das Kilianshaus zur Verfügung gestellt hat und Dank auch an Frau Schmitt vom Weingut Mett-Weidenbach, die uns gekühlten Prosecco und die Sektgläser  bereitgestellt hat.
  • Im Gottesdienst am Sonntag werde ich dann feierlich begrüßt und darf einige Fragen unseres Gemeindereferenten, Herrn Heckmann, beantworten.
    Anschließend gibt es einen kleinen Umtrunk, den Anne Hippe spontan organisiert hat. Auch Anne gilt mein herzlicher Dank.
  • Zwischenzeitlich sind auch einige Berichte über mich und meine Pilgerreise in den Medien erschienen:
  • Die Spendenaktion „Pilgern für ’nen guten Zweck“ hat sage und schreibe mittlerweile 9.332 EUR Spendenerlöse gebracht! Allen Spendern unter euch meinen herzlichen Dank für die Unterstützung! Selbstverständlich können auch nach Abschluss meiner Pilgerreise gerne noch Spenden für die DMSG eingezahlt werden!

Die letzte Woche in ‚harten‘ Fakten

Bisher bin ich in den 42 Wochen insgesamt 5.600 km gelaufen, davon in der KW08
21 km. +(5.258 km Transfer: 422 km Fähre, [223 km Bari-Durres, 59 km Athos und zurück, 7 km Dardanellen, 133 km Türkei-Zypern]; 796 km Bus, [32 km Kavala-Philippi und zurück, 61 km Çanakkale-Troja und zurück, 133 km Çanakkale-Alexandria Troas und zurück, 402 km Bergama-Ephesos und zurück, 22 km Pamukkale-Laodiceia und zurück, 20 km Gündoğdu-Side und zurück, 126 km Nikosia-Famagusta und zurück]; 119 km Taxi, [17 km bis zur Türkischen Grenze, 32 km Antalya-Perge und zurück, 50 km Gündoğdu-Aspendos und zurück, 20km Famagusta-Salamis und zurück]; 1.363km Leihwagen [359 km Antalya-Myra und zurück, 90 km Antalya-Termessos/Karainhöhle und zurück, 633 km Jerusalem – Samara, Elat – und zurück, Jerusalem – Masada und zurück, 52 km Jerusalem-Tel Aviv Flughafen, 56 km Frankfurt Flughafen-Ingelheim]; 3.499 km Flugzeug [384 km Larnaka-Tel Aviv, 3.115 km Tel Aviv-Frankfurt]).

Für meine mobilen Follower hier nochmal der Link:

https://drive.google.com/open?id=1RmgMTJJ4kFoB_UQaMrZK28hf_zBtoxXd&usp=sharing
Legende:
Rot:    – geplante Strecke
Blau:  – gelaufene Strecke
Grün: – Transfer auf meinem Weg (Fähre, Taxi, Bus, Flugzeug)
Lila:    – Transfer im Rahmen von Besichtigungen (Bus, Taxi, Mietwagen)

Tag 289, Mo:  In Jerusalem

Heute stehe ich bereits um 05:30 Uhr auf, denn ich möchte kurz nach 06:00 Uhr an der Grabeskirche sein, noch bevor der große Besucherandrang erfolgt, um Kerzen für meine Lieben zu Hause und für diejenigen, die mich darum gebeten haben, anzuzünden.
Der Platz vor dem Damaskus-Tor ist noch menschenleer und auch im Basar sind kaum Menschen unterwegs. Ich komme sehr schnell voran und bin kurze Zeit später auch schon an der Grabeskirche.
Hier herrscht bereits geschäftiges Treiben, denn die Kirche ist schon seit 04:00 Uhr geöffnet, aber nicht zu vergleichen mit dem Andrang nach dem Frühstück. Ich entsinne mich noch, wie mich dieser riesige Menschenauflauf vorige Woche, nach der unmittelbaren Rückkehr aus der Ruhe meines Pilgerweges belastet und genervt hat.
Mittlerweile habe ich mich wohl schon wieder etwas an Menschenansammlungen gewöhnt, freue mich aber, dass hier um diese Uhrzeit nur vergleichsweise wenige Menschen unterwegs sind. Es sind vor allem zwei, drei Gruppen, die hier gemeinsam mit Priestern und Franziskaner Mönchen vor der Ädikula, der Stelle, an der sich der Überlieferung nach das Grab Jesu befinden soll, einen Gottesdienst feiern. Es ist sehr feierlich. Einer der Mönche, der die Aufgabe des Kantors inne hat, singt mit voluminöser Stimme und die Gläubigen werden bei ihrem Gesang von der Orgel unterstützt.
Ich stelle mich dazu und lasse mich von der Feierlichkeit des Gottesdienstes und des Gebetes gefangen nehmen. Dann zünde ich die Kerzen für meine Lieben und die für diejenigen, die mich darum gebeten hatten, dies für sie zu tun, an. Anschließend mache ich noch einen kurzen Rundgang durch die Grabeskirche, die sich in zunehmendem Maße zu füllen beginnt. Dann trete ich den Rückweg ins Paulushaus an, um rechtzeitig zum Frühstück wieder zurück zu sein.
Eben kam auch eine Anfrage von RPR1, dass sie sich freuen würden, nach meiner Rückkehr, von meiner Pilgerreise berichten zu dürfen. Ich muss schmunzeln und fühle mich natürlich auch ein bisschen geehrt!!
Seit über zwei Wochen habe ich keine Datensicherung der Bilder meiner Kamera gemacht. Das heißt, wenn mit dem Speicherchip in der Kamera irgendetwas passiert, sind u.U. über 1.000 verloren. Das ist mir doch etwas zu riskant und so beschließe ich, die Zeit bis zur Ankunft von Pfarrer Schäfer zu nutzen und die Bilder von meiner Kamera auf mein Handy zu laden.
Um 18:00 Uhr kommen Pfarrer Schäfer und Herr Rühl zum Paulushaus. Allerdings kommen sie erstmal zu Fuß. Sie waren mit dem Auto immer in unmittelbarer Nähe, kamen aber irgendwie nicht ran und haben sich entschieden, das Auto erstmal auf einem nahegelegenen Parkplatz abzustellen. Außerdem muss das Kennzeichen im Paulushaus in die Polizeidatenbank eingegeben werden, damit die Poller, die die Einfahrt in die Straße vor dem Paulushaus sperren heruntergehen. Nachdem das alles gemacht und auch der Weg zum Paulushaus bekannt war, war alles andere kein Problem und Pfarrer Schäfer mit seinem Auto kurze Zeit später im Hof des Paulushauses. Ich hatte einen Tisch in der Armenischen Taverne, im Armenischen Viertel reservieren lassen und da sind wir dann gemeinsam zu dritt hingegangen. Da Herr Rühl für die ersten Tage seines Jerusalemaufenthaltes kein Zimmer im Paulushaus bekommen hat, haben wir ihn in der Österreichischen Pilgerherberge abgeholt. Wir hatten einen sehr schönen Abend, mit leckerem Essen und einem guten Wein. Um 22:00 Uhr schließt die Taverne und wir werden freundlich hinaus komplimentiert und treten den Rückweg zu unseren Quartieren auf nahezu menschenleeren Straßen und Gassen, entlang des Basars an.

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Tag 290, Di: Offizielle Begrüßung durch Pfarrer Schäfer am Damaskus-Tor / Beendigung meiner Pilgerreise

Pfarrer Schäfer und ich frühstücken gemeinsam im Paulushaus und treffen uns schließlich kurz vor 10:00 Uhr mit Herrn Rühl am Damaskus-Tor, denn heute wollen wir die offizielle Begrüßung durch Pfarrer Schäfer am Damaskus-Tor durchführen und dazu brauchen wir Gerhard Rühl als unseren Fotografen. Ich habe den Monowalker noch einmal umgeschnallt und wir machen in mehreren Positionen Fotos. Es kommen ganz brauchbare Bilder dabei raus, von denen ich dann am Abend eines in meinen Facebook-Blog einstellen werde. Anschließend bringe ich meinen Monowalker zurück ins Paulushaus und dann beginnen wir zu dritt die Stadtbesichtigung, die federführend von Pfarrer Schäfer, als ortskundigem gelenkt wird.
Zuerst besichtigen wir die Zedekia Höhle, eine künstliche Höhle, die unter die Altstadt von Jerusalem führt und deren Entstehung bis ins 6. Jahrhundert v. Chr. zurückreicht. Der Eingang befindet sich zwischen Damaskus-Tor und Herodes-Tor. Mehr zur Zedekia Höhle findet ihr auf Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Zedekia-Höhle
Danach führt uns unser Weg zur Getsemani Kirche am Fuße des Ölberges und weiter, den Ölberg hinauf, zur Kirche Dominus Flevit (Der Herr weint), mit dem berühmten Fenster, durch das der Blick auf die Altstadt mit Grabeskirche und Felsendom fällt. Leider können wir nicht in die Kirche, da gerade ein Gottesdienst stattfindet. Wir lenken unsere Schritte in das Kidron-Tal, ein kleines Tal, das den Tempelberg und die Altstadt von Jerusalem im Westen und den Ölberg im Osten voneinander trennt. Hier im oberen Kidrontal, am Rande des Dorfes Silwan, befindet sich eines der Hauptgräberfelder Jerusalems aus der Zeit des Zweiten Tempels, mit vielen Felsengräber, darunter auch das der Bnei Hesir, das von Zacharia, sowie das Mariengrab. Einige dieser Gräber wurden jedoch auch später verwendet, entweder als Begräbnisort oder als Unterschlupf für Einsiedler und Mönche der großen christlichen Klostergemeinschaften, die das Kidrontal bewohnten.  Dann begeben wir uns in die Davidstadt, dem ältesten besiedelten Teil Jerusamlems und zugleich wichtigster archäologischer Fundstelle des biblischen Jerusalems. Ein großer Teil davon liegt in einem für die Öffentlichkeit zugänglichen archäologischen Park. Dazu zählen beispielsweise der Teich von Siloah, die Gihonquelle und der Hiskija-Tunnel. Durch den Tunnel, der noch heute aus der alten Quelle gespeist wird, können Besucher in einem halben Meter tiefen Wasser waten. Wir werfen allerdings nur einen kurzen Blick in den Tunnel und verzichten auf dieses Abenteuer. Stattdessen steigen wir lieber in den nach seinem Entdecker Charles Warrens benannten Warrens Schacht, einen Geheimgang hinab. Durch diesen Geheimgang gelangten die Jerusalemer in Zeiten der Belagerung sicher zu den befestigten Teichen hinab, die sich nahe der Gihonquelle befanden. Bei diesem Gang soll es sich verschiedenen Auffassungen zufolge um den in der Bibel erwähnten „Schacht“ handeln, durch den David in die Stadt eindrang: „David aber eroberte die Burg Zion; das ist Davids Stadt. Da sprach David an diesem Tage: Wer die Jebusiter schlägt und durch den Schacht hinaufsteigt… „ (2. Samuel 5:7-8). Danach kehren wir ans Tageslicht zurück und besichtigen den oberirdischen Teil der Davidstadt. Einen sehr gelungenen interaktiven Rundgang könnt ihr unter folgendem Link durchführen: http://www.cityofdavid.org.il/de/virtual-tours/interaktiver-virtueller-rundgang
Anschließend lenken wir unsere Schritte zur Klagemauer, einem Muss, bei einer Jerusalem-Stadtbesichtigung, bevor wir in der Nähe des Löwentores die St. Anna-Kirche, die älteste, noch erhaltene Kreuzfahrerkirche, mit einer phänomenale Akustik mit lang anhaltendem Widerhall und den nahegelegenen Bethesda-Teich besuchen. An diesem Teich vollbrachte Jesus ein weiteres Wunder, indem er einen 38-jährigen gelähmten Mann dort heilte (Joh.-Ev.). Allerdings tat er das an einem Sabbat, wodurch er sich den Zorn der Juden zuzog. Zum Abschluss statten wir noch der Grabeskirche einen Besuch ab.

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Tag 291, Mi: Besichtigung der Geburtskirche in Bethlehem

Wir machen uns zu Fuß auf den Weg in das gut 10 km von unserem Quartier entfernte Bethlehem, das im Westjordanland liegt.
Um 12:00 Uhr passieren wir die Grenze und befinden uns kurze Zeit später im Palästinensergebiet. Ich habe das Gefühl, hier hinter der Mauer, in eine andere Welt, die arm, bedrückend und dreckig ist, gekommen zu sein. Bei diesen Bedingungen, unter denen die Palästinenser hier leben müssen und bei den strengen Sicherheitskontrollen an der Grenze zu Israel, die sicher von vielen Palästinensern, die täglich zur Arbeit nach Israel einreisen müssen, als schikanös empfunden werden, ist es für mich nicht verwunderlich, dass in diesem Gebiet Hass, Zorn und Gewalt auf fruchtbaren Boden fällt.
Wir gehen auf direktem Weg zur Geburtskirche und reihen uns ein in die lange Schlange derer, die die Geburtsgrotte im Inneren der Kirche besuchen wollen. Während unserer nahezu einstündigen Wartezeit können wir uns an der neu renovierten Kirche, in der die Bilder in frischen Farben erstrahlen, erfreuen.
Um 15:30 Uhr gehen wir wieder zurück. Jetzt werden wir streng kontrolliert und stehen zusammen mit Arabern in einer langen Warteschlange. Gerhard hat die Einreisemarke, das Visum, nicht dabei und bekommt Schwierigkeiten wieder nach Israel hinein zu kommen. Schließlich haben die Kontrollbeamten doch ein Einsehen und lassen ihn rein.
Da es mittlerweile zur regnen begonnen hat, nehmen wir ein Taxi und lassen uns zum Damaskus-Tor zurück fahren. Anschließend besuchen Pfarrer Schäfer und ich noch das nahegelegene Gartengrab, während Gerhard in seinem Hotel nach dem Einreisevisumskärtchen sucht. Wir sind gerade wieder im Paulushaus angekommen, da bekommt Pfarrer Schäfer auch schon die SMS, dass Gerhard das Kärtchen gefunden hat. Wenig später ist er bei uns im Paulushaus und wir trinken erst einmal ein Bier auf den Schrecken.

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Tag 292, Do: In Jerusalem

Ich hatte gestern einer der deutschen Voluntärinnen  versprochen, nach dem heutigen Frühstück über meine Pilgerreise nach Jerusalem zu erzählen. Um 10:00 Uhr sind Pfarrer Schäfer und ich zu einem kleinen Empfang beim Leiter des Paulushauses, Monsignore Stephan Wahl eingeladen. Es ist ein nettes und sehr informatives Gespräch, an dessen Ende Herr Wahl uns noch das Kaiserzimmer zeigt. Der Kaiser selbst war aber niemals hier. Herr Wahl bietet mir auch an, mich am Freitag spätabends zum Flughafen zu fahren, was ich sehr gern annehme, denn freitags fährt der letzte Bus um 14:00 Uhr zum Flughafen nach Tel Aviv und mein Flieger geht erst am Samstag um 05:40 Uhr.
Dann verabschiedet sich Pfarrer Schäfer von uns, denn er will heute für ein paar Tage zu Exerzitien nach Tabgha an den See Genezareth fahren.
Gerhard und ich machen jeder sein eigenes Programm. Ich habe ihm angeboten, dass er heute Abend gern mit in das Konzert in die evangelische Erlöserkirche kommen kann und auch mit am Treffen mit Joseph teilnehmen kann, dem Mann, den ich in der Nähe des Herzl-Berges bei meinem Einzug nach Jerusalem getroffen habe.
Dann laufe ich ziemlich ziellos in Jerusalem herum, auf der Suche nach geeigneten Mitbringseln für meine Liebsten, finde aber nicht wirklich was und gehe schließlich wieder ins Paulushaus zurück. Vorher versuche ich erst noch auf den Tempelberg hochzukommen, habe aber keine Chance und werde von den Soldaten abgewiesen. Joseph schreibt mir, dass er auch mit ins Konzert kommen würde und wir anschließend gemeinsam zu Abend etwas essen gehen könnten.
Das Konzert ist ein Schülerkonzert von zwei privaten Geigen-/Klavierlehrern und ihren Schülern. Nach dem Konzert führt uns Joseph durch das Jaffa-Tor, die Jaffa-Straße hinauf und dann links weg in das moderne Jerusalem, mit seinen Geschäften und vielen Gaststätten. Wir gehen schließlich in eine Snackbar, essen dort einen leckeren Börek, der hier etwas anders heißt und trinken dazu ein Bier. Joseph erzählt von sich. Er ist Sohn bulgarischer Juden, ist 67 und in Jerusalem geboren.
Wir unterhalten uns sehr gut und die Zeit vergeht wie im Flug. Schließlich wird es Zeit den Heimweg anzutreten. Wir laufen zügig zurück zum Paulushaus, denn es ist unangenehm kalt und ziemlich windig.

Tag 293, Fr: In Jerusalem und Fahrt zum Flughafen

Ich habe gut geschlafen und gehe nach dem gemeinsamen Frühstück mit Gerhard Rühl in Richtung Grabeskirche, um für Sabine Kerzen zu kaufen. Ich hatte sie gefragt, was ich ihr mitbringen könnte. Ich biege ab in Richtung Koptenkloster und gelange so auf das Dach der Grabeskirche und durch die Kapelle hinab, auf den Vorhof. Vor der Ädikula stehen Himmel und Menschen. Ich will zu dem kleinen Verkaufsstand im Armenischen Bereich der Grabeskirche. Ich muss mich richtig durchdrängeln, aber das nutzt mir nichts, denn der Verkaufsstand ist geschlossen. Ich gehe in die franziskanische Kirche gegenüber, danke nochmal dafür, dass der Herr meine Wege gelenkt hat und mir eine gesunde Pilgereinkehr hier in Jerusalem beschert hat. Ich bete nochmal für meine Liebsten und auch für die, die mich darum gebeten haben und wie immer schließe ich auch die Kranken in meinem Freundes- und Bekanntenkreis mit in mein Gebet ein. Zwischenzeitlich hat der Verkaufsstand geöffnet uns ich kann die gewünschten Kerzen kaufen. Dann verlasse ich die Grabeskirche.
Heute ist wieder schönes Wetter und ich laufe ein letztes Mal durch die engen Gassen der Altstadt und des Basars und kaufe noch ein paar Kleinigkeiten für meine Lieben zu Hause. Dann mache ich mich auf den Weg zurück zum Paulushaus und packe alle meine Sachen ein. Um 11:30 Uhr bin ich mit allem fertig und könnte eigentlich starten, muss aber noch bis heute Abend 22:00 Uhr warten, bis mich Herr Wahl mit dem Bus des Paulushauses zum Flughafen bringt. Wie gut, dass ich nicht mit öffentlichen Verkehrsmitteln fahren muss, denn seit etwa 12:00 Uhr regnet es in Strömen. Ich wäre am Schluss meiner Pilgerreise nochmal so etwas von pitschnass geworden. Ich hänge den Nachmittag im Bett ab, kann aber nicht schlafen. Für 18:00 Uhr bin ich mit Gerhard Rühl zum Abendbrot verabredet. Wir gehen zum Armenier in der Nähe des Neuen Tores. Es schmeckt ganz lecker. Dann gehen wir zurück zum Paulushaus, verabschieden uns und ich hänge noch bis 22:00 Uhr rum, bis mich Herr Wahl mit dem VW-Bus zum Flughafen bringt. Wir fahren eine knappe Stunde und sind gegen 23:00 Uhr am Flughafen. Wir verabschieden uns und ich wuchte meinen Monowalker, den ich schon zum Teil zerlegt habe, in die Abfertigungshalle und muss noch mehrere Stunden warten, bis ich mein Gepäck aufgeben und die Sicherheitsbefragung durchlaufen kann.

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Tag 294, Sa: Glückliche Heimkehr

Heute geht es wieder nach Hause!
Nach 293 Tagen in der Ferne, komme ich am 294. Tag wieder nach Hause zurück!
Gegen 02:00 Uhr beginnen die Sicherheitsbefragungen. Ich komme an eine junge Frau und erzähle ihr, dass ich von Deutschland nach Israel gelaufen bin. Sie kann es kaum fassen. Ich zeige ihr den Artikel in der AZ von meiner Ankunft. Sie ist schwer beeindruckt.
Die Fragen die mir heute gestellt werden, sind deutlich harmloser, als die bei der Einreise auf dem Flughafen von Larnaka. Wichtigste Frage, ob ich Geschenke angenommen habe, ob ich mein Gepäck selbst gepackt hätte, ob ich für irgend jemanden etwas mitnehmen sollte. Ob ich Leute in der Türkei kennen würde. Ob ich Leute in Israel kennen würde, wo ich in der Türkei geschlafen hätte… Dann bin ich auch schon durch. Bis der Aegean Schalter aufmacht vergeht noch etwas Zeit. Dann macht er auf, aber die Damen vom Schalter verweisen mich an den Nachbarschalter, wo gleich die Supervisorin kommen soll. Kurze Zeit später kommt die ebenfalls junge und freundliche Dame. Es geht hin und her, wegen meines Monowalkers. Auf jeden Fall ist er überlang und ich muss noch für Übergewicht 35 EUR bezahlen. Da hilft auch nicht, dass ich bereits 2 Gepäckstücke gebucht habe. Auf jeden Fall kann ich mein Gepäck aufgeben und bin froh darüber. Dann muss ich noch durch die Sicherheitskontrolle und auch hier wird mein Zeug und ich auf Sprengstoff untersucht. Um kurz vor 04:00 Uhr sitze ich schließlich nach über anderthalb Stunden am Gate. Boarding soll in 40 Minuten sein.
7:40 Uhr kommen wir in Athen an. Ich bin wieder in Europa. Es gibt keinen Transferbereich. Ich muss aus dem Sicherheitsbereich raus und muss noch einmal durch die Sicherheitskontrolle. Das Gate ist schon offen, ich kann gleich in den Flieger. Ich habe den gleichen Sitz, wie in der vorigen Maschine, nur sitzt eine jüngere Frau auf meinem Fensterplatz und will mit mir diskutieren. Dann sieht sie es aber doch ein und räumt den Platz. Hier in Athen hat es geregnet, die Flächen sind nass. Um 08:20 Uhr ist „Boarding completed“. Jetzt folgt der letzte Step wieder zurück nach Hause. Ich merke doch sehr, wie wohl ich mich fühle, wieder in Europa zu sein. Pünktlich um 10:25 Uhr landet der Flieger auf dem Rhein-Main-Airport in Frankfurt und kurze Zeit später werde ich von meinen Liebsten und etwa 30 Freunden und Bekannten lautstark und mit Freuden in Empfang genommen. Ich bin wieder in der Heimat!

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Tag 295, So: Gottesdienst und Umtrunk

heute ist um 10:00 Uhr Gottesdienst in der Remigiuskirche. Iris und ich gehen zum Gottesdienst und ich danke Gott für die glückliche Heimkehr. Herr Heckmann unser Gemeindereferent stellt mir einige Fragen zu meiner Pilgerreise, die ich gerne beantworte. Im Anschluss findet noch ein kleiner Umtrunk statt, den Anne Hippe spontan organisiert hat. Ein letztes Mal stelle ich mich mit meinen Freunden zum Fotoshooting vor das Begrüßungsplakat.

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„60. Jahre und wieder zu Hause“-Feier

Vor knapp einem Jahr habe ich an gleicher Stelle meinen Auszug – ich habe den Begriff Abschied immer vermieden – gefeiert. Heute feiere ich hier mit gut 30 Freunden meine glückliche Rückkehr und zeige einen ersten kurzen, etwa 30 minütigen Zusammenschnitt meiner Erlebnisse während meiner Pilgerfahrt.

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Ein Kommentar zu „Letzte Pilgerwoche: Tag 289-295 auf meiner Pilgerreise – KW08 (18.-24.02.19)

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