Auf dem Israel National Trail – שביל ישראל Tag xc-yy (06.-08.02.20) – Abreise bis Ankunft in Eilat

Hallo ihr Lieben, die ersten drei Tage sind rum, der Sabbath ist zu Ende und damit ist es Zeit, euch von meinen Erlebnissen der zurückliegenden Woche zu berichten. Anders, als auf meiner Pilgerreise nach Jerusalem werde ich diesmal durchlaufen, ohne an den Wochenenden Pause machen zu können, denn 1.000 km in etwa 50 Tagen und davon gut 20 Tagen in der Wüste sind recht taff. Also bitte nicht rechnen 1.000/50=20 km/Tag. Diese Rechnung geht leider so nicht auf!

Tag 1, Do: von Frankfurt – nach Tel Aviv

Heute um 11:00 Uhr geht mein Flieger von Frankfurt nach Tel Aviv. Ich fliege mit El Al und da die Sicherheitskontrollen sehr umfangreich und gründlich sind, bin ich bereits um 08:00 Uhr am Flughafen. Das Interview, warum ich nach Israel will, wen ich hier kenne, etc. verlaufen vergleichsweise entspannt, nur die Kontrolle meines Handgepäcks dauert 20 Minuten, ich habe sehr viel Elektronik dabei und alles wird auf Spuren von Sprengstoff untersucht. Um 16:00 Uhr Israelischer Zeit (DE+1h) lande ich nach einem guten Flug in Tel Aviv.
Mein Handgepäck wurde in FFM geöffnet und gründlich untersucht, wegen Verdacht auf Sprengstoff.
Dann fahre ich mit dem Zug nach Tel Aviv zur Mainstation HaHagana.
Es sind ungefähr 4 km bis zu meinem Hostel „Postel“ in Old Yaffa. Auf dem Weg dorthin besorge ich mir gleich eine israelische PrePaidkarte und einen Ersatz für meinen eben kaputt gegangenen Selfie-Stick.
Nachdem ich mein Quartier bezogen habe, mache ich mich nochmal nach Old Yaffa auf den Weg, um etwas zu essen. Gegen 23:00 Uhr liege ich schließlich im Bett.
https://youtu.be/Owq66kPnFyM

Tag 2, Fr: von Tel Aviv – nach Mitzpe Ramon

Ich habe die Nacht sehr schlecht und wenig geschlafen, denn mein Zimmer lag im Eingangsbereich des Hostels und bis in die Nacht war reger Publikumsverkehr, der alles, nur nicht leise war.
Ich stehe um 06:30 Uhr auf. Das Wetter hat sich komplett geändert, es ist kalt, windig und es regnet. Mit dem Bus fahre ich zum Bahnhof HaHagana, an dem ich gestern Abend angekommen bin und von wo aus ich heute in mehreren Etappen nach Eilat fahren will. Der Bus hat Verspätung und steht im Stau, sodass ich am Bahnsteig ankomme, als sich der Zug gerade in Bewegung setzt. Ärgerlich, aber nicht zu ändern, der nächste fährt eine Stunde später, also um 09:50 Uhr und ich habe erstmal Zeit zu frühstücken. Aber heute beginnt auch der Sabbath und ab Nachmittag ruht das öffentliche Leben, von daher tut mir die Stunde Verspätung dann doch weh.
Um 09:50 Uhr fahre ich entspannt und gesättigt mit dem Zug bis Be’er Sheva und habe auch direkten Anschluss an den Bus, der mich nach Medreshet Ben Gurion, zu Haim Berger bringen soll. Ich bin mit seinem Sohn verabredet, um die Details für meine Wasserversorgung in der Wüste zu klären, aber niemand ist zu Hause. Ich rufe ihn an und wir verabreden, wo ich das Geld für seinen Support hinterlegen soll. Dann gehe ich zurück zur Busstation und treffe dort Tomer und seine Freundin und sie teilen mir mit, dass heute von hier kein Bus mehr nach Eilat fährt. Sie schlagen mir vor, mit ihnen mit dem Bus stattdessen nach Mitzpe Ramon zu fahren und dort zu übernachten. Während der Busfahrt rufen sie mindestens 10 verschiedene Telefonnummern an, um für mich ein Quartier zu finden. Schließlich sind sie im Spice Quarter Inn fündig und die letzte Strecke bis zu meinem Quartier fährt mich Tomer sogar noch mit seinem Auto. Wir verabschieden uns, doch zuvor gibt er mir noch seine Handynummer, falls ich auf meinem Trail Hilfe benötige. Das Hostel ist sehr rustikal und viele Israelis verbringen mit ihren Kindern hier das Wochenende. Entsprechend Leben ist in der „Hütte“. Hier treffe ich auch Christian aus der Nähe von Aachen, der in Israel zwei Wochen Urlaub macht und auch Daniele aus der Schweiz ist mit einer Freundin hier, um Tagesetappen auf dem Israel National Trail zu machen. Es ist windig und kalt, aber wenigstens hat es aufgehört zu regnen. Ich mache mich nochmal auf den Weg, um mir den Ramon Kraters, den ich in den nächsten Wochen durchwandern werde, Mal von oben anzusehen. Es ist schon sehr beeindruckend. Den Abend verbringe ich mit Christian, wir unterhalten uns über Gott und die Welt. Dann gehe ich auf mein Matratzenlager und schlafe gut und fest.
https://youtu.be/o_9s_s3_RJw

Tag 3, Sa: Mitzpe Ramon – Eilat

Ich habe die Nacht sehr gut und erholsam geschlafen und werde schließlich so gegen 07:30 Uhr wach, stehe gegen 08:00 Uhr auf, frühstücke und packe meine Sachen, denn ich will versuchen, heute von Mitzpe Ramon nach Eilat, knapp 200 km zu trampen.
Gegen 09:30 Uhr stehe ich an der Route 40, die nach Eilat führt, aber ich muss etwa 2 Stunden warten, bis ein Auto hält und mich mitnimmt. Aber wenigstens ist das Wetter heute besser, zwar immer noch recht windig, aber die Sonne scheint und wärmt mir angenehm den Rücken. Irgendwann hält dann schließlich ein Auto. Es ist Ruth aus der Nähe von Afula, die 4 Tage mit Freundinnen auf dem Shvil Israel unterwegs sein will und mich bis zum Abzweig nach Timna Park mitnimmt. Wir unterhalten uns sehr gut und fahren dabei durch eine atemberaubende Landschaft, die ich in den nächsten Wochen durchwandern werde. Von Timna Park sind es etwa noch 20 Autominuten bis nach Eilat. Wir verabschieden uns, aber vorher gibt auch Ruth mir für den Fall der Fälle ihre Handynummer.
Dann stehe ich wieder an der Straße und hebe den Daumen. Es kommt ein Rennradler aus Richtung Eilat, er heißt Guy. Wir unterhalten uns und tauschen die Kontaktdaten aus. Da kommt auch schon ein kleiner Bus. Ich habe Glück, er hält an und nimmt mich bis Eilat mit. Von der Busendstation sind es noch knapp zwei Kilometer zu Fuß, bis zu meinem Quartier, dem Shelter Hostel. Ich bekomme ein Bett in einem Fünfmannzimmer, in dem schon zwei Kanadiern ihr Quartier bezogen haben. Später kommt noch Jan aus Hamburg dazu. Er will auch morgen mit dem Shvil Israel beginnen und wir sind uns auf Anhieb ganz sympathisch, sodass wir vielleicht stückweise gemeinsam laufen werden. Auf jeden Fall waren wir heute schon Mal zusammen Essen und Trinken für den Shvil einkaufen und haben zusammen Nudeln mit Tomatensoße und Thunfisch gekocht und gegessen. Ein guter Anfang. Dann habe ich angefangen meinen Blog zu schreiben.
https://youtu.be/DYZuMdRSEkU

Zum Abschluss einen ganz besonders lieben Gruß an meinen Schatz Iris, mit der ich eben über WhatsApp telefoniert habe und die sich gerade sehr einsam und traurig fühlt!!!